Der Verein im Wandel der Zeit.

Hessisch- Waldeckischer Gebirgsverein Guntershausen/Guxhagen 1922

Schon zur Entstehungszeit der Touristenvereine spielt der kleine Ort Guntershausen wegen der verkehrsgünstigen Lage als damals bedeutender Bahnknotenpunkt eine Rolle. Nachdem sich ab 1883 in Nordhessen mehrere Ortsvereine gegründet hatten, traten deren Vertreter am 17.1.1886 in der Bahnhofsgaststätte Guntershausen erstmals zusammen und beschlossen die Gründung des "Niederhessischen Touristenvereins" (später in "Hessisch- Waldeckischer Gebirgs – u. Heimatverein" umbenannt)!

Noch bis 1890 wählten sie diesen Tagungsort immer für ihre Jahrestreffen.

Gut 30 Jahre später am 10.8.1922 wurde unter Vorsitz von Lehrer Karl Trieschmann (Guntershausen) auch eine Ortsgruppe Guntershausen/Guxhagen ins Leben gerufen.

1. Vors. Karl Trieschmann † 1954,
erhielt 1934 für sein Engagement für
die Wandersache die Ehrennadel des
HWGV.

Als 2.Vors. fungierte Schreinermeister Konrad Günther (Guxhagen) und als Schrift- u. Kassenführer zunächst Herr Hoppe, dann Oberaufseher Wendel und später Schneidermeister Umbach.

Wie es zum Zusammenschluß gerade dieser beiden Orte kam ist heute leider nicht mehr zu ergründen.

Über die Aktivitäten des 35 Mitglieder zählenden Vereins finden wir in den alten Vereinszeitschriften "Hessischer Gebirgsbote" etliche Hinweise. Von Wanderungen durch Quiller u. Söhre, zu Alheimer, Felsburg und Heiligenberg bis zur Teufelskanzel am Hanstein ist zu lesen.

Wanderfreunde aus Guntershausen/Guxhagen an der Teufelskanzel, bei einer Wanderung zum Hanstein 1926.

Der Verein veranstaltete Lichtbildervorträge und kümmerte sich bereits um die Wanderwegebezeichnung im Quiller und Baunatal. Ab 1928 wurden auch Ruhebänke um Guxhagen und Guntershausen aufgestellt.

Am 6.2. 1938 richtete er in Guntershausen im Saal Fehr erstmals die Jahreshauptversammlung und das Jahreswandertreffen des HWGHV Gesamtvereins aus.

In den folgenden Kriegsjahren kam allerdings jegliche Vereinsarbeit zum Erliegen. 1943 mußte auch die Herausgabe des Gebirgsboten eingestellt werden. In seiner letzten Ausgabe ist der Zweigverein Guntershausen/Guxhagen mit Vors. Lehrer Trieschmann und 22 Mitgliedern letztmalig erwähnt.

Hessisch- Waldeckischer Gebirgs- u. Heimatverein Guntershausen
Neugründung 1957.

Durch Lichtbildervorträge der Volkshochschule im Jahr 1956 von Revierförster Eduard Dilling aus
Oberkaufungen, seinerzeit Fachwart für Naturschutz des HWGHV Gesamtvereins, konnte in Guntershausen
bei vielen Bürgern wieder Interesse am Wandern geweckt werden.
Revierförster Dilling führt 1957 die Guntershäuser um Kaufungen

Der Heimatgedanke blühte neu auf, so dass am 28. Febr. 1957 unter Vorsitz von Lehrer Willi Rüffer ein neuer
HWGHV Zweigverein Guntershausen aus der Taufe gehoben wurde. Zum Jahresende gehörten ihm bereits 46
Mitglieder im Durchschnittsalter von ca. 37 Jahren an.

Hans Völker übernahm zunächst die Aufgaben
des Schriftführers, Wander- u. Wegewartes und
Heinrich Schmidt die Kassenführung.

Die Aktivitäten beschränkten sich auf
Familienwanderungenin die nähere Umgebung, aber
auch zu den Jahreswandertreffen des HWGHV und
Sternwandertreffen des Verbandes Kurhessischer
Wandervereine sind Gruppen des Vereins angewandert.

Hans Völker übernahm zunächst die Aufgaben des
Schriftführers, Wander- u. Wegewartes und Heinrich
Schmidt die Kassenführung.

Die Aktivitäten beschränkten sich auf
Familienwanderungen in die nähere Umgebung, aber
auch zu den Jahreswandertreffen
des HWGHV und Sternwandertreffen des Verbandes
Kurhessischer Wandervereine sind Gruppen des
Vereins
angewandert.

Gründungsfeier im April 1957 im kleinen Saal bei Fehr´s

Gesellige Veranstaltungen wie Kinderfeste, Vereinsbusfahrten, Weihnachts- u. Faschingsfeiern bildeten weitere Schwerpunkte
der Vereinstätigkeit. Von 1962 -70 leitete Vorsitzender Rüffer einen Singkreis, der bei vielen Anlässen auch außerhalb des
Vereins für musikalische Umrahmung sorgte.


Andere Vereinsmitglieder widmeten sich der Heimatpflege. 1962 wurde am Uhlenberg eine erste Linde gepflanzt, der im
Laufe der Jahre viele Baumpflanzaktionen folgten.

1964 fertigte Alfred Kretschmer 20 Ruhebänke an, die seither an ausgewählten Plätzen rund um Guntershausen Spaziergänger
zur Rast einladen.

Darüber hinaus sei an Waldsäuberungsaktionen durch Vereinsmitglieder und an die Instandhaltung der örtlichen Wanderwege
und Wegemarkierung durch unseren sehr rührigen Wanderfreund Peter Rüdiger erinnert, der von 1961-76 das Amt des
Wander- u. Wegewartes übernommen hatte.

Anlässlich des 10 jährigen Bestehens richtete der Verein am 24./25. Juni einen Heimatabend und das Jahreswandertreffen
des HWGHV Gesamtvereins in der Sporthalle in Guntershausen aus.

Mit den Spendengeldern und dem Erlös dieser Veranstaltungen wagte man den ersten Hüttenbau. Die Warpelhütte, als
beliebtes Wanderziel in der Söhre, entstand.

Das Bauholz hatte die Forstverwaltung großzügig zur Verfügung gestellt. Es blieb so viel übrig, dass es auch noch zum Bau der Guntershäuser Hütte im unteren Baunatal reichte, die am 25.10.1970 im Beisein von Bürgermeister Reichhold (Buchenhagen) der Öffentlichkeit übergeben werden konnte.

Das Bauholz hatte die Forstverwaltung großzügig zur Verfügung gestellt.Es blieb so viel übrig, dass es auch noch zum Bau der Gunterhäuser Hütte

Einweihungsfeier der Warpelhütte am 22.9.1968

im unteren Baunatal reichte, die am 25.10.1970 im Beisein von Bürgermeister Reichhold (Buchenhagen) der
Öffentlichkeit übergeben werden konnte.

Hessisch- Waldeckischer Gebirgs- u. Heimatverein Guntershausen/Guxhagen 1968
Bereits 1961 war Kurt Nöll mit seiner Gattin als erstes Guxhagener Mitglied zum Verein gestoßen und hatte sich als "Beauftragter für Jugendfragen" im Verein engagiert. Da ihm weitere Mitglieder aus Guxhagen gefolgt sind, wurde bei der Jahreshauptversammlung im Februar 1968 der Beschluss gefasst, den Verein wieder wie einst "Zweigverein Guntershausen/Guxhagen" zu benennen.

Als W.Rüffer 1969 den Vorsitz niederlegte übernahm Kurt Nöll die Vereinsführung.

Das Wandern war inzwischen Schwerpunkt der Vereinstätigkeit. Im

14-tägigen Rhythmus wurden Tages- u. Halbtageswanderungen durchgeführt. Als besonderes Angebot galten seit 1964 alljährlich veranstaltete 4-Tage-Wanderungen in entfernteren Gefilden.

Auf Initiative von Ursula Nöll und Änne Kurzka entstand eine Damenwandergruppe, die am 15.6.1970 zu ihrer ersten Wanderung nach Büchenwerra startete und später unter Leitung von Gerda Döring, Anita Dittmar und Friedchen Norwig bis heute einmal monatlich zu Wanderungen, Busfahrten und geselligen Treffs zusammen findet.
Zahlreiche Vereinsfeiern trugen zur Geselligkeit bei. Jährlich wurde eine Grillwanderung ins Programm aufgenommen. 1972 wird von der Pflanzung von 6 Birken und 1 Eiche im Ehrenhain Guxhagen berichtet. Mit der Instandhaltung der örtlichen Wanderwegemarkierung und der leider oftmals auch durch Vandalismus heimgesuchten Bänke und Schutzhütten hatte die Baugruppe immer wieder Reparaturen zu verrichten. Schließlich wurden auf dem Weg zur Warpelhütte und am Fuldahöhenweg in Guxhagen weitere 8 Ruhebänke aufgestellt.

Hessisch Waldeckischer Gebirgs- und Heimatverein Guntershausen/Guxhagen e.V. 1985
Nachdem bei den Vorstandswahlen 1977 Kurt Nöll nicht wieder als Vorsitzender kandidierte, um das Amt in jüngere Hände zu übergeben, wählte die Versammlung Herbert Kretschmer zum 1.Vorsitzenden. Er war zuvor schon als Jugendleiter und 2.Vors. im Verein engagiert und begleitete bereits seit 1971 auch das Amt des Hauptjugendwartes im HWGHV Gesamtverein.
Ein wichtiges Ziel war ihm, den Verein zunächst rechtlich auf eine andere Grundlage zu stellen. Die Mitgliederversammlung beschloss eine eigene Satzung. 1983 wurde beim Finanzamt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit erreicht, wodurch neben den Zuwendungen der Kommunen auch Spenden, vor allem von der Raiffeisenbank Baunatal, die Vereinsarbeit finanziell förderten. Am 25.4.85 erfolgte beim Amtsgericht Kassel die Eintragung ins Vereinsregister.
Familienwandergruppe 1983 auf dem Weg zum Grünen See

Mit einer Reihe engagierter Mitglieder im Vorstand sowie als Wanderführer gelang es außerdem, das Angebot an Wanderungen und sonstigen Veranstaltungen immer vielfältiger zu gestalten.

1977 wurden unter dem Engagement von Norbert Schäfer und Herbert Kretschmer Wanderungen für Familien mit Kindern ins Programm aufgenommen, die begeisterten Zuspruch fanden.

Die Gruppe, die dem Verein immer wieder junge Mitglieder zuführte,

Jugend- u. Erwachsenengruppe wanderten 1983 von Guntershausen auf dem Fuldahöhenweg zum Deutschen Wandertag in Fulda an.

bestand bis 1990, wurde von Eva Kilian 1998 neu aktiviert und von 2004 bis zur abermaligen Auflösung 2007 von Familienwanderwart Joachim Seibel weiter geführt.

Unter der Weiterführung der bewährten Wanderführer Karl Döring, Karl Armbröster, Herbert Kretschmer, Helmut Pletzer und Gerhard Norwig führen sie als Höhepunkte des Wanderangebotes, oft in Verbindung mit den Deutschen Wandertagen, in die verschiedensten Regionen Deutschlands.

Die weiterhin jährlich angebotenen 4-Tage-Wanderungen, die, neben den bereits genannten Wanderführern, auch von Eleonore Schmidt, Reiner Dittmar, Wilfried Ubl und Roland Berle organisiert und durchgeführt wurden, erfreuten sich ebenfalls steigender Beliebtheit.

Seit 1983 wird alljährlich eine Vereinsbusfahrt zu sehenswerten und kulturell interessanten Zielen durchgeführt.

1984 rief Friedrich Wagner eine Herrenwandergruppe ins Leben, die seit 1999 von Horst Baum geleitet wird und immer am letzten Donnerstag im Monat zum Kegeln in

Mit Helmut Pletzer 1996 beim Deutschen Wandertag in Wernigerrode

einen der umliegenden Orte unterwegs ist. 1985 bildete sich auf Initiative von H. Kretschmer u. Gerhard Norwig eine sportliche Wandergruppe, die in 30+ km Etappen die Hessischen Durchgangswanderstrecken (u.a. Ederhöhenweg, Studentenpfad, Wartburgpfad, Barbarossaweg, Rennsteig, Wildbahn) erwanderte und wiederum eine jüngere Generation Mitglieder zum Verein führte.

Da sich das Radfahren wieder steigender Beliebtheit erfreut wird ab 1991 auch jährlich eine Radtour ins Programm aufgenommen.

1994 wagt sich der Verein erstmals ins Ausland. Eine Wanderfreizeit in der Baunataler Partnerstadt Vrchlabi bietet Gelegenheit den Riesengebirgskamm zu erwandern.

Dazu folgen Wanderfreizeiten 2002 auf Mallorca und 2007 auf Gran Canaria als außergewöhnliche Angebote anlässlich der 45- bzw. 50-jährigen Vereinsjubiläen.

Herzlicher Empfang in Sangerhausen am 7.9.97 nach einer Wanderung auf dem Barbarossaweg von Korbach in die Baunataler Partnerstadt
Durch das vielseitige Angebot ist es gelungen die Mitgliederzahl kontinuierlich zu steigern, die 2005 die Höchstmarke von 241 erreichte und sich zum 31.12.2006 geringfügig auf 238 Vereinsmitglieder reduzierte.

Mit all diesen Aktivitäten sind aber auch die gemeinnützigen Tätigkeiten des Vereins nicht vernachlässigt worden. Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens organisiert er wieder das Jahreswandertreffen des HWGHV Gesamtvereins in der Sporthalle in Guntershausen und errichtet in Gemeinschaftsarbeit mit der Gemeinde und dem Heimat- u. Verschönerungsverein Guxhagen eine Schutzhütte am Wanderweg (Stadeort) nach Büchenwerra. Der Verein betreut zur Zeit als vereinseigene Einrichtungen:
21 Ruhebänke, 3 Sitzgruppen mit Tisch und 2 Schutzhütten, die zur Instandhaltung, leider oft auch wegen mutwilliger Zerstörung, immer wieder Arbeitseinsätze und Kosten erfordern.

Unsere Wegewarte sorgten seit Vereinsgründung ständig für eine zuverlässige Markierung der örtlichen Wanderwege. 1977 richtete die Stadt Baunatal ein 15 km Rundwanderwegenetz im unteren Baunatal ein, wofür der damalige Wegewart Norbert Schäfer für die Erstmarkierung und Unterhaltung sorgte. Sein Nachfolger Paul Fisseler legte 1993 die Markierung für ein neu angelegtes Rundwegenetz um Guxhagen an. Für den jetzigen Amtsinhaber Heinz Dreyer kamen dann nochmals 18 km Baunapfad hinzu, der 2003 vom Verein konzipiert und mit einer Jedermannwanderung unter großer Beteiligung der Bevölkerung der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Von der Baunataler Partnerstadt Vrchlabi wurde 1994 der Riesengebirgskamm mit der 1602 m hohen Schneekoppe erwandert
Jugend- u. Erwachsenenwandergruppe vereint beim Deutschen Wandertag 2006 in Prüm/Eifel.
Viele Stunden ist Heinz Dreyer jedes Jahr mit Farbtopf und Pinsel unterwegs um die Wegezeichen in einem guten Zustand zu erhalten, damit jedermann sein Ziel sicher findet.

Pflanzmaßnahmen sind ebenfalls zur Regelmäßigkeit geworden, womit der Verein auch zur Ortsverschönerung, sowie zum Landschafts,- und Naturschutz beiträgt. So wurden seit 1982 in mehreren Aktionen an geeigneten Stellen in und um Guntershausen 77 Bäume (u.a. Linden, Ebereschen, Eichen, Kastanien) und einige Zier- u. Vogelschutzgehölze angepflanzt.

Um die erfolgreiche Vereinstätigkeit auch in der Öffentlichkeit bekannt zu machen, wurden von Anbeginn des Vereinsbestehens Berichte in der örtlichen Presse sowie im Vereinsorgan "Hessischer Gebirgsbote" über seine Aktivitäten veröffentlicht. Ab 1980 ist das Vorstandsamt eines Pressewartes besetzt, welches auch teilweise vom jeweiligen 2. Vorsitzenden mit wahrgenommen wurde. Mit einer eigenen Homepage 2003 vom 2.Vors. Edgar Kober eingerichtet, ist der Verein jetzt auch weltweit unter www.wandersleut.de präsent.

In all diesen Aktivitäten stecken unzählige Stunden, die unentgeltlich zum Wohle der gesamten Bevölkerung von engagierten Mitgliedern des HWGHV Guntershausen/Guxhagen geleistet wurden. Dank gilt hier auch vielen WanderfreundenInnen, die nicht namentlich erwähnt sind. Wir können auch im Interesse der Allgemeinheit nur hoffen, dass sich immer wieder Idealisten finden, die diese Arbeiten auch weiterhin fortführen.

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Letzte Änderung am: 4/7/2008