Berichte
 

 

Wanderwoche in der Sächsischen Schweiz.

Bei gutem Wetter und bester Laune trafen sich am Samstag, den 18.06. 11 Wanderer um das märchenhaft schöne Elbsandsteingebirge per pedes zu erobern. Mit 5 PKW ging es zügig bis zum ersten markanten und wohl auch bekanntestem Ziel, der Bastei. Dort angekommen trafen wir nicht nur auf zwei weitere Mitstreiter, die schon voraus gefahren waren, sondern auch auf einen kräftigen Gewitterguss. Nach einer ausführlichen Begehung der Bastei ging es schnurstracks ins Quartier. Es war das wunderschön gelegene Naturfreundehaus gegenüber Königstein direkt oberhalb der Elbe gelegen. Das warme Essen war jeden Abend äußerst schmackhaft.  Abend für Abend so gesättigt und zufrieden wagte es unser Wanderführer Wilfried Ubl in einer ungemeinen Zungenfertigkeit den nächsten Tag schmackhaft zu machen.

Noch ahnte keiner, dass wir in dieser Woche über 4500 Stufen auf die bizarren Sandsteingebilde klettern mußten. Das fing schon bei der Fähre über die Elbe an und ging über Bus, Bahn und Straßenbahn. Nach dem Übersetzen mit der Fähre an unserem ersten Wandertag ging es nach einer kurzen Orientierung gleich steil über Treppen rauf auf den Pfaffenstein, durch eine Senke runter nach Gorisch, um dann gleich wieder trepprauf zum Pfaffenstein zu gelangen. Oben angekommen waren wir alle durchgeschwitzt und hatten uns im dortigen Gasthaus eine Pause verdient. Über einen steilen Treppenweg ging es nun flott den Berg wieder hinunter zur Elbe zum Bahnhof Krippen, und von dort mit dem Zug und der Fähre zurück. Am Kuhstall
Am Kuhstall
Stolz und geschafft erreichten wir unser Heim nach 17 km und 1427 Aufwärtsstufen. Petrus hat uns in der ganzen Woche für all die Strapazen mit schönstem Sommerwetter belohnt. Am nächsten Tag standen nur 12 km und 1140 Stufen auf dem Plan. Wir fuhren mit der Fähre, Bahn und Straßenbahn in das malerisch schöne Kirnitzschtal. Ein bequemer Wanderweg geleitete uns zum Lichtenhainer Wasserfall, rauf zum Kuhstall, einem riesigen Felsentor, und über die Himmelsleiter rauf. Am Dienstag ging es direkt vom Quartier aus los, 970 Stufen rauf auf den Lilienstein. Er lachte uns aus dem Zimmerfenster an - klar, dass auch er bestiegen werden mußte. Wieder unten angekommen ging es nach einer Vesperpause nach Langhennersdorf ins Felsenlabyrinth. Zurück in Königstein gönnten wir uns eine Kaffeeeinkehr. Der Mittwoch begann nach der Fährüberfahrt mit einer Busfahrt ins benachbarte Tschechien zur Reinwiese im Grenzgebiet.  Auf einem bequemen Wanderweg laufen wir zuerst durch die Wilde Klamm immer am Bachlauf entlang. Die restliche Wegstrecke mußten wir mit einem Kahn zwischen steil aufragenden Felswänden zurücklegen. So manchem wurde dabei etwas bang ums Herz, aber die Felsformationen ließen uns ins Staunen geraten. Am Ende hatten wir wohlbehalten die Vor dem LiliensteinVor dem Lilienstein
Edmunsdklamm erreicht. Hier wurde die Klamm enger und noch schöner. Dem Charm dieser wildromantischen Natur konnte keiner widerstehen, schauen und staunen ließ die Zeit schnell verstreichen. Am Ende, wo die Schlucht für einen Weg zu eng wurde, erwartete uns wieder eine Kahnfahrt zwischen Fröschen Krokodilen und Delfinen hindurch. Nach einer Einkehr mit Eis, Palatschinken, Bier ,Kaffee.... erreichten wir nach einem wunderschönen Tag und nur 10 km wieder wohlbehalten unser Quartier.Auf dem gestrigen Rückweg stach unserem Wanderführer die kleine Bastei ins Auge, und so überzeugte er uns von der Notwendigkeit auch diese zu erklettern. Von Schmilka aus ging es 674 zum Teil verfallene Stufen hinauf auf die kleine Bastei - welch ein sagenhafter Ausblick ins Elbetal! Dieser traumhafte Blick hat uns für den schweißtreibenden Aufstieg bei 33 Grad voll und ganz entschädigt. Zum Glück hat uns der Wald einen einigermaßen kühlenden Schatten gespendet. Es waren nur 10 km, aber wir waren fix und fertig. Der Freitag, unser letzter Wandertag, gestaltete sich morgens beim Abmarsch schon schwülheiß. Zum Glück ahnten wir nicht, dass uns heute 18 km und 274 Stufen bevorstanden. Mit dem heutigen Tag hatte unsere "Bergauf Stufenzählerin Marianne" ihr Soll für diese Tour erfüllt. Mit dem Bus ging es ins Kirnitzschtal nach Hinterhermsdorf. In einem schweißtreibenen Gänsemarsch liefen wir zuerst die Dorfstraße in brütender Hitze rauf und dann im schattenspendenden Wald über Stufen runter zu einer Schleuse. Von dem jungen Schleuser ließen wir uns bei einer 30minütigen Überfahrt wieder in die Mythen- und Phantasiewelt der Felsgebilde entführen. Über Stufen rauf wanderten wir sodann  oberhalb der Kirnitsch und später unten am Flußlauf entlang dem ersehnten Ziel, die Buschmühle, entgegen. Hitze (35 Grad) und Luftfeuchigkeit wurden immer unerträglicher. Als es unser Wanderverführer dann auch noch wagte, an zwei Bushaltestellen vorbei zu traben, wurde so manch einer knurrig. Aber er hatte ein Ziel: Flüssigkeit auftanken in der Buschmühle. Als wir nach der Rückfahrt aus dem kühl-klimatisierten Linienbus ausstiegen, traf uns die Hitze wie ein Keulenschlag. Frisch geduscht und wohl gesättigt schauten wir uns Abend für Abend den vergangenen Tag nochmals anhand von GPS-Aufzeichnungen und Bildern auf dem Computer an. Die Abende vertrieben wir uns in geselliger Runde bei schnuddeln, Kartenspiel, Fußball gucken,.......
sSamstag und Sonntag standen nun ganz im Zeichen des Wandertages in Sebnitz. Der Samstag stand in Sebnitz zur freien Verfügung. Da es die Seidenblumenstadt ist, besichtigten einige das Werk und schauten bei der Herstellung zu. Nachmittags zog ein schweres Gewitter auf was endlich zur Abkühlung führte. Am Sonntag nahmen wir am Festumzug durch die Innenstadt teil. Ein Pulk Neonazis randalierte, als Bundespräsident Gauck auftauchte. Die Rückfahrt nach Königstein gestaltete sich schwierig, da das gestrige Unwetter die Bahngleise unterspült hatte Etwas wehmütig traten wir die Heimreise am nächsten Tag an. Eine schöne harmonische aber auch anstrengende Woche war zuende - vielen DANK an Wilfried für die hervorragende Planung und Durchführung!   e.K.


Auf der kleinen BasteiAuf der kleinen Bastei